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Immobilien in Halle, 2600 Ergebnisse

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Turbulente Universitätsstadt im Renaissancestil
Einen Teil seiner wunderschönen Bebauung verdankt Halle der Bautätigkeit und Prunksucht des Kardinals Albrecht von Brandenburg (1490-1545, Haus Hohenzollern, Markgraf von Brandenburg, Erzbischof von Magdeburg und Mainz, Kurfürst und Erzkanzler des Heiligen Römischen Reiches). Er veränderte das Stadtbild im Renaissancestil, allerdings sorgten sein ausschweifendes Leben und der finanzielle Bankrott für einen schnellen Triumph der Reformationsbewegung. Den Zweiten Weltkrieg (1939-1945) überstand Halle relativ unbeschadet, wenn auch insgesamt rund dreitausendsechshundert Gebäude im Stadtgebiet dem Bombenhagel zum Opfer vielen.

Heute präsentiert sich Halle als moderne Wissenschafts-, Technologie- und Universitätsstadt auf historischem Grund mit pulsierendem Leben. Die wunderschöne Altstadt hat sich zu einem Szenetreff der besonderen Art entwickelt, abwechslungsreich und mit den unterschiedlichsten kulturellen und kulinarischen Einrichtungen bestückt. Idyllische Biergärten, urige Kneipen, schicke Restaurants, stylishe Bars und romantische Cafés bestimmen das Bild, die Händel-Festspiele, Rockkonzerte, Opern und Musicals, die in der Stadt aufgeführt werden, sind ein Magnet nicht nur für Einheimische.

Die nördliche Innenstadt hat einen hohen Grünanteil, die Bebauung stammt aus dem neunzehnten Jahrhundert. Der Botanische Garten und der Stadtpark sind Ort der Entspannung und Information, das Bild insgesamt wird von den schönen Universitätsgebäuden geprägt. In dem beliebten Bezirk leben knapp fünfzehntausend Menschen, wobei davon um die sieben Prozent nicht deutscher Herkunft sind. Das zu Halle Nord gehörige Paulsviertel entstand gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts auf dem Reißbrett, geplant für Angestellte, Professoren und Beamte. Seit Baubeginn haben die unterschiedlichsten Stilarten Einzug gefunden, angefangen bei Gebäuden aus der Gründerzeit über Häuser im Jugend- und Bauhausstil bis hin zu Objekten im italienischen Landhausstil. Leider ließ die DDR-Regierung die schöne Bausubstanz verfallen, nach der Wende konnte jedoch ein Großteil gerettet werden. Die günstigen Mietpreise und die Universitätsnähe machten das Viertel zu einem Zentrum der Studenten, als die Preise nach dem Jahrtausendwechsel allerdings anstiegen, wechselte die Anwohnerschaft auf überwiegend junge Familien.

Ein sehr ruhiges Wohnviertel im Norden ist die Gottfried-Keller-Siedlung zwischen Trotha und Frohe Zukunft. Hier befinden sich überwiegend Ein- und Mehrfamilienhäuser in großen Gärten, die sich an den Stadtbezirk anschließenden Felder lassen das Gefühl aufkommen in der Stadt und dennoch auf dem Dorf zu leben. Die Kleingärten und der Posthornteich vervollständigen das Bild des ländlichen Idylls, ein Stadtbezirk, der Gediegenheit und Bürgertum repräsentiert. Giebichenstein hingegen ist ein Stadtteil, der auf eine uralte Siedlung (neuntes Jahrhundert) zurückgeht, die Burg Giebichenstein prägt auch heute noch das Stadtbild. Eine Besonderheit stellt der von dem Komponisten John Friedrich Reichardt (1752-1814) 1794 angelegte Garten mit seinen uralten, teilweise leicht exotisch anmutenden Bäumen dar. Trotz seiner Modifizierungen in den letzten zwei Jahrhunderten zeigt er noch immer den Charme der damaligen Zeit. Ansonsten besteht der Bezirk aus einem Konglomerat der unterschiedlichsten Baustile, die auch teilweise die historischen Ereignisse widerspiegeln.

Büschdorf im Ost gehört zu Wohngebieten, in denen zwar ab 1990 neu Ein- und Mehrfamilienhäusern entstanden, die dabei aber ihren ländlichen Charakter bewahren konnten. Ganz anders Grasbrunnen im Süden, in dem überwiegend sanierter Altbau das Stadtbild prägt. Es gibt zwar auch neue Einfamilienhäuser, doch der städtische Gesamteindruck wird davon nicht beeinflusst. Zum städtebaulichen Albtraum von Halle zählt der Bezirk Silberhöhe mit seinen Plattenbauten im typischen DDR-Stil, zur Zeit der Wende lebten hier fast 40.000 Menschen in fünfzehntausend Wohnungen. Heute stehen viele der Wohnungen leer, ein Drittel der Gebäude ist zum Abriss vorgesehen, es soll eine Renaturierung des Gebiets durchgeführt werden.
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